Pannen und andere kleine Ärgernisse

Am Samstag fand in Güstrow der zweite Lauf des MTB-MV-Cup statt. Die Sonne schien bei fast sommerlichen 14°C und so fanden sich ein paar Eingeweihte am Bockhorst wieder. Es sollte auch der erste Einsatz meines Brothers Cyclocross bei einem Rennen sein, nachdem ich am Donnerstag eine erste Proberunde mit etwas intensiveren Belastungen gefahren bin.

Also das Rad ausgeladen. Ein Neider vom Little-John-Bikes-Team konnte es sich nicht verkneifen, mir direkt nach dem Ausladen die Luft aus beiden Reifen zu lassen. Also wieder aufgepumpt und ab zur Streckenbesichtigung.

Die Strecke war dieses Jahr etwas anders als in den Vorjahren gesteckt. Um die langen Geraden – und der Kurs bestand in der Vergangenheit nur aus Geraden und vier Ecken – etwas zu reduzieren waren jetzt auf ca. der Hälfte der beiden langen Geraden zwei 180°-Kurven gesteckt. Außerdem ging es ein kurzes Stück in eine Dirtbikestrecke mit etwas links/rechts und einem kleinen Hügel rauf, mit einer engen sandigen 90° Kurve.

Nach der Besichtigung und ein wenig Ausprobieren stand auch die Fahrlinie in dem neuen Bereich der Strecke und es ging an den Start.

Senioren und Männer starten zusammen und werden getrennt gewertet. Also auf geht’s. Der erste Stau an dem Dirt-Bike-Hügel überwunden, nachdem ich von den Männern den schlechtesten Start hatte und anstehen musste und dann auf den Geraden Druck gemacht.

In Runde 2 legte ich mich dann direkt in der Kurve auf dem Hügel einmal in die Spur. Es war eher ein langsames Umkippen wegen einem wegrutschenden Vorderrad denn ein Stürzen. Beim wiederaufsteigen hatte sich mein Vorbau um ca. 20° auf der Gabel verdreht. Da hieß es aber erstmal schnell raus aus der Engstelle, kurz Anhalten und alles wieder gerade drehen. Also den Vorbau doch nicht fest genug angezogen.

Das dabei entstandene Loch musste ich dann erstmal wieder zu fahren. Es hatten sich auch schon die ersten Grüppchen gebildet, wo sich die Fahrer gegenseitig nichts geschenkt haben.

Irgendwo in Runde 4 fing an meinem Rad auch noch was zu klappern an. Ich dachte ich hatte am Donnerstag nach der Ausfahrt alles kontrolliert, das konnte also nicht ganz stimmen. Bremsen, Schaltung und Steuerbereich während der Fahrt kontrolliert, Sattel war auch fest, also was klappert da? Ich hatte noch zwei Runden Zeit zum drüber nachdenken, dann flog an mir nach einem Schlagloch eine etwas größere Schraube vorbei. Bremsen, Schaltung und Steuerbereich nochmal kontrolliert, noch immer alles fest, auch der Sattel rutscht nicht – also weiter gefahren.

Irgendwann, wir waren eine Dreiergruppe, bin ich dann mit dem Führenden des Seniorenrennens, den wir wieder eingeholt hatten nach vorne herausgefahren, die Rundenanzeige zeigte noch 2 Runden an. Die Runde drauf, ich war in unserer Gruppe vorne, die Anzeige zeigt eine Runde zu fahren an, ich höre die Glocke also gebe ich nochmal Gas und fahre mit ordentlich Schwung über die Ziellinie.

Fünfzig Meter weiter halte ich an, verschnaufe, da kommt nach ein paar Augenblicken jemand angelaufen – ich hätte noch weiter zu fahren. Das war nur der Schluss für das Seniorenrennen. Na Danke – der Zweite des Männerrennens kommt gerade an mir vorbei – und ich bin blau. Also wieder los, hinterher und ich frage ihn, wieviel Runden wir eigentlich noch zu fahren hätten. Vier – ein Glück – so konnte ich mich noch eine Runde wieder etwas erholen um dann nochmal zu versuchen das Tempo zu erhöhen. In den letzten beiden Runden konnte ich mich noch einmal etwas absetzen und fuhr dann zum zweiten Mal mit dem Vorsatz über die Ziellinie, das Rennen zu beenden.

Nach einer Verschnaufpause habe ich dann erstmal das Rad unter die Lupe genommen, was ich da wohl verloren hatte. Eine Schraube an der Sattelklemmung. Ein Glück es gab keine Laufpassage, sonst hätte ich wohl irgendwann ohne Sattel da gestanden. Ich war auf jeden Fall froh, das es trotz der Pannen noch gereicht hat. Das Brothers hat mehr oder weniger gut seine Feuertaufe bestanden und die festgestellten Mängel wurden am Abend noch abgestellt.

Die Strecke hat durch die drei Veränderungen deutlich dazugewonnen. Jetzt noch eine etwas längere Trailpassage mit dazu und es könnte noch interessanter werden. Dann hätte man alles dabei. Eine lange Gerade, ein bisschen Links-Rechts in der Dirt-Strecke und einen schönen Trail. Was fehlt sind nur die Berge – aber die müssen für mich persönlich auch nicht dabei sein.

Ein schönes Rennen bei bestem Wetter mit einigen Defiziten bei mir, was die Rennvorbereitung angeht.

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